Es platz aus allen Nähten

St. Petersburg ist schön und es stinkt! Nicht umsonst wird es das Venedig des Nordens genannt. Jedoch gibt es hier diesen akuten Platzmangel auf den Gehwegen und wenn man mit einer 16 Kilo schweren Litfass Säule auf dem Rücken und daran baumelnden Wanderschuhen den entgegen kommenden Menschen an die Schulter knallt, mag man sich in an die schönen Häuserfassaden quetschen und warten bis es eine Lücke im Menschenstrom gibt. Zum Überholen geht man auch mal schnell auf die stark befahrene achtspurige Strasse, wie z.B. dem Nevsky Prospekt. Sobald wir versehentlich mit den breiten Rucksäcken beim Laufen nebeneinander kollidieren, taumeln wir unbeholfen durch die Gegend und versuchen schnellstmöglich wieder auf die richtige Spur zu finden. Sieht für andere bestimmt total lustig aus, ist für uns aber Sport.



Besonders aufregend sind die Fahrten mit der U-Bahn. Durch ein Drehkreuz passiert man den Weg in die Tiefen der Hölle. Gefühlte 15 Minuten führt die Fahrt steil unter die Erde. Freundlich beleuchtet mit weniger freundlichen Menschen. Auf dem Gleis ist alles verschlossen und breite Stahltüren lassen erahnen, dass sich hinter diesen vielleicht ein Preis verbergen könnte. Wenn sich die Stahltüren öffnen, findest das Ein – und Aussteigen gleichzeitig statt.


Neben den Fahrten nach sehr weit unten, gibt’s oben ne Menge Licht. Es fühlt sich komisch an, wenn man um 23:30 Uhr das Haus verlässt und am Himmel irgendwie Sonne ist. Die Strassen sind belebt und Kinder laufen wie durcheinander gebrachte Herdentiere auf den Gehwegen umher. Das kann den Rhythmus schon aus dem Gleichgewicht bringen. Zum Glück hat unser Zimmer keine Fenster (!!). Alles in allem sind die Weissen Nächte echt ne Reise wert. Wirklich.



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